Entstehungsgeschichte

Allgemeines zur Cité

Die Cité Internationale des Arts Paris (CIA) ist ein Atelier– und Wohnkomplex in Paris, der zur Unterbringung von Künstler*innen während ihres Studienaufenthaltes zur kreativen Weiterbildung und -entwicklung errichtet wurde. Träger ist eine französische Stiftung mit der Rechtsform “Reconnaissance d’utilité publique” mit internationaler Beteiligung verschiedener Schulen, Instituten, Universitäten, Akademien und Ministerien.

Die Cité bietet Künstler*innen aus aller Welt 300 Studios mit Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten. Der Hauptteil des Komplexes befindet sich mit ca. 240 Unterkünften in der Rue de l’Hôtel de Ville in unmittelbarer Nähe der Kathedrale Notre Dame. Weitere Gebäude kamen später in der Nähe des Montmartre in der 24, rue Norvins hinzu. Insgesamt gibt es 20 Ateliers/ Belegungsrechte, die deutsche Künstler*innen nutzen können.

3 Bundesrepublik Deutschland

4 Land Baden Württemberg

1 Hessische Kulturstiftung

3 Land NRW

2 Freistaat Bayern

1 Land Niedersachsen

2 Stadt Berlin

3 Verein der Düsseldorfer Künstler *1844

1 Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen, Rheinlandpfalz

Die 1957 gegründete Stiftung verwaltet die Cité. Die Gebäude sind im Besitz der Stadt Paris; somit ist die Cité auch nur Nutzerin/Mieterin, nicht Eigentümerin. Für die grobe Gebäudestruktur ist die Kommune Paris verantwortlich. Für den Zustand in den Ateliers (Heizung, Licht, etc.) und auch für die Verwaltung ist die Cité verantwortlich. Die jeweiligen Eigentümer der Belegungsrechte, die alle bis zum Jahr 2060 reichen, sind für Schönheitsreparaturen verantwortlich.

Ateliers des Verein der Düsseldorfer Künstler *1844

Hier lesen Sie eine kurze Zusammenfassung des Entstehungshintergrundes unserer Ateliers in Paris. Ich beziehe mich bei dieser Zusammenfassung ausschließlich auf die Aktenlage, vorfindlich in dem Ordner “Paris/Verträge” im Vereinsbüro.

Im Jahr 1989 ist unser Mitglied Lothar Olschewski zu Gast in der Cité des Arts Paris. Dort bekommt er die Information, dass die Cité an dem Verkauf einiger Ateliers im Altbaubestand interessiert ist. Zurück in Düsseldorf wendet er sich an das Kulturamt der Stadt, an den damaligen Leiter Herrn Lehmann. Herr Lehmann setzt sich in der Folge intensiv für den Erwerb eines Ateliers für die Stadt Düsseldorf ein, wie zahlreiche Eingaben und Anträge in dem Briefverkehr belegen. Es gelingt der Stadt Düsseldorf jedoch nicht, die nötigen 412.000 französische Franc = 123.000 DM aufzubringen. Unser damaliger Vorsitzender Günther Cremers, Mitglied des Kulturausschusses, wendet sich daraufhin an die Cité und trägt das Anliegen des Vereins vor, anstelle der Stadt Düsseldorf, ein Atelier der Cité zu erwerben.

Nach Verhandlungen mit der damaligen Vorsitzenden der Stiftung, Madame Brunau, gelingt dies, und unser Verein ist seit Juni 1990 Inhaber des Ateliers B- 2026, genannt “von Schadow” .Die Finanzierung gelingt durch das Veräußern zahlreicher vereinseigener Depotwerte. Diese Verkäufe sind im Ordner unter “Finanzen” abgelegt und einsehbar.

Das Belegungsrecht, und darum handelt es sich bei dem Kauf, gilt bis zum März 2060. Wie aus den Verträgen hervorgeht, ist es allein dem Verein überlassen, wer und wie lange und wann das Atelier nutzt. Allerdings fallen monatliche Nebenkosten an. Rechnungen sind im Ordner einsehbar.

Nach erfolgreichem Abschluss des Kaufs dieses Belegungsrechts, beschließt der Vorstand unter Günther Cremers 1991 den Kauf eines weiteren Ateliers. Die Verhandlungen ergeben, dass der Verein das Atelier D- 2243, genannt “Max Ernst”, erwirbt. Auch hier gilt ein Belegungsrecht bis 2060. Der Erwerb erfolgt wiederum durch Veräußerung von Depotguthaben des Vereins in Ratenzahlung zu einem Preis von 470.000 FF = ca. 156.000 DM. Die Zahlungen sind im Ordner einsehbar.

Im Jahr 2002 schließlich erwirbt die Düsseldorfer Künstleratelier GmbH ein drittes Atelier, A- 2002, genannt “Max Beckmann”, zu gleichen Konditionen, zum Preis von 56.000 €. Die Belegung wird jedoch nicht von der Düsseldorfer Künstleratelier GmbH verwaltet, sondern von uns als Verein, sind wir doch mit 53 % auch Hauptanteilseigner an der GmbH. Die Finanzierung erfolgte über Mittel der GmbH, ebenfalls Ordner unter Finanzen nachzuvollziehen.

Zum Bewerbungsverfahren

Vereinsmitglieder können sich bis zum 31.12. jeden Jahres formlos für einen Aufenthalt bewerben. Der Aufenthalt ist in der Regel auf 2 Monate begrenzt; in der Abfolge: Januar + Februar, März + April, usw. Über die Vergabe entscheidet der Vorstand.

Je weniger eingeschränkt die terminlichen Vorgaben für einen Aufenthalt sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Zusage. Des weiteren spielen bei der Vergabe auch die Häufigkeit der bisherigen Aufenthalte eine Rolle. Die monatlichen Nebenkosten betragen (Stand: 2020) 587 €, zusammen für zwei Monate also: 1.174 €

Darin enthalten sind neben Strom, Wasser und Heizung, ein Bettwäsche-Service, Hilfestellungen bei der Suche nach geeigneten Partner*innen und/oder Geschäften etc. durch die Verwaltung, sowie eine Künstlerkarte für Pariser Museen, die freien oder reduzierten Eintritt gewährt.

Um die Verbindlichkeit und Planbarkeit der Aufenthalte zu gewährleisten, wird die Anzahlung einer Monatsrate im Jahr vor Antritt des Aufenthalts fällig. Die Cité erwartet den Künstler*innen die Zusendung eines Formulars mit Angaben zum künstlerischen Werdegang sowie eine kurze Beschreibung des künstlerischen Vorhabens. Ankunfts- und Abreisedaten werden von der Cité vorgegeben.

Michael Kortländer, 22.4.2020