Geschichte

Der Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe gehört neben Vereinen aus München und Dresden zu den ältesten Künstlerorganisationen Deutschlands.

Die Geschichte des VdDK ist bisher noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet. Der Katalog zur Ausstellung “Zwischen Hungertuch und Kunstpalast. 175 Jahre Verein der Düsseldorfer Künstler” im Stadtmuseum Düsseldorf vom 8.9.2019 bis 5.1.2020 stellt eine erste Annäherung an eine solche historische Aufarbeitung dar.

Der 1844 gegründete Verein war zunächst ein überregionaler Darlehens- und Versicherungsverein für Künstler*innen, um Notlagen aufzufangen. Lange bevor es eine gesetzliche Rentenversicherung gab entstand so ein von Künstler*innen organisierter Vorläufer der heutigen Künstlersozialkasse. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehörten die Künstler Wilhelm v. Schadow, Oswald Achenbach, Wilhelm Camphausen, Eduard v. Gebhardt, Adolf v. Menzel, Fritz Röber, Alfred Rethel, sowie 182 weitere Künstler*innen.

Der Zusammenschluss war zunächst kein Verein im üblichen Sinne. Ihm wurden am 21. Juni 1851 in Sanssouci von König Friedrich Wilhelm IV. die „Korporationsrechte“ durch königliche Kabinettsorder überreicht. Als „Milde Stiftung“ wurde der VdDK 1886 anerkannt. In den Statuten hieß es 1909: „Der Verein hat den Zweck, die Sicherung und Hebung der geistigen und rechtlichen Interessen seiner Mitglieder zu wahren, sowie im Ausstellungswesen seine Rechte zu vertreten und zu erhalten.“

Eine weitere Zielsetzung des Vereins war es, die Berufsinteressen der Künstler*innen durch die Errichtung einer permanenten Ausstellung zu fördern. Es gelang dem Verein, die Stadt Düsseldorf mit Hilfe von Zuschüssen durch den deutschen Kaiser Wilhelm I. zum Bau einer Kunsthalle zu bewegen. 1881 wurde die Kunsthalle am Grabbeplatz eröffnet. Die Kunsthalle veranstaltete in den folgenden 25 Jahren 250 Ausstellungen mit Teilnehmer*innen aus allen Teilen des Deutschen Reiches und des europäischen Auslands.

Im Jahr 1900 gründeten die Mitglieder des VdDK zusätzlich den Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e. V.. Der Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V. (VzVvK) errichtete mit eigenen Mitteln und durch die Ausgabe von Anteilscheinen den Kunstpalast am Rheinufer auf der Golzheimer Insel, damals ein Grundstück der Stadtgemeinde Düsseldorf. Im Jahre 1905 erhielten alle Anteilszeichner aus den Gewinnen der bis dahin durchgeführte Ausstellungen ihre Gelder zurück. Durch Beschlüsse des Stadtrats der Stadt Düsseldorf vom 21.02.1899 und vom 19.09.1917 wurde dem Verein das Vorrecht eingeräumt, jederzeit Kunstausstellungen in diesem Gebäude zu veranstalten. Andere Nutzer hätten vor diesem Vorrecht zurückzustehen.

Während des Nationalsozialismus ruhte die Vereinstätigkeit weitgehend. Welche Rolle einzelne Mitglieder des Vereins während der faschistischen Diktatur spielten, ist bisher im Detail nicht untersucht worden. Bekannt ist, dass mindestens ein Mitglied sich 1943 an einer großen vom Faschistischen Syndikat der Schönen Künste Florenz und von der Stadt Düsseldorf sowie der Deutsch-Italienischen Gesellschaft organisierten Ausstellung in Florenz beteiligte.

1947 wurde die Vereinstätigkeit des VdDK wiederbelebt. Eine Aufarbeitung der NS-Zeit ist nicht bekannt. Durch das Engagement des Vorsitzenden Bernhard Gauer, sowie des Malers Lorenz Bösken, des Architekten Carl Krieger und des Geschäftsführers Udo Stobbe, wurden die alten Zielsetzungen wieder vorangetrieben. Von 1948 bis 1970 veranstaltete der VdDK anfangs in der Kunsthalle eine „Weihnachtsverkaufausstellung“, später die „Winterausstellung der Bildenden Künstler“ im Kunstpalast.

In den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Aktivitäten des Vereins der Düsseldorfer Künstler und der Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen unter dem Vorsitz des Maler Günther Cremers zusammengeführt und gemeinsam organisiert.

Heute engagiert sich der Verein verstärkt für kulturpolitische Themen und setzt sich zum Beispiel für die Förderung von Ateliers, bessere Konzepte in der ästhetischen Bildung und die Errichtung eines Werkkunsthaus in Düsseldorf ein.