Ausstellungseröffnung 175 Jahre VdDK

Verein der Düsseldofer Künstler
am 7.9.2019 im Stadtmuseum Düsseldorf

 

 

 

 

Düsseldorfer Kultur – Künstler helfen Künstlern

Foto: Peter Hubert Höltgen/Stadtmuseum DüsseldorfBlick auf den Kunstpalast im Jahr 1902, fotografiert von Peter Hubert Höltgen. Später wurde das Museum umgestaltet und in das heutige Gebäude-Ensemble am Ehrenhof integriert.

Der Verein der Düsseldorfer Künstler feiert Jubiläum:
Seit 175 Jahren setzt sich die Gemeinschaft für Belange ihrer Mitglieder ein.

Von Klas Libuda, Rheinische Post – Düsseldorf, Sa. Aug. 31, 2019, Seite 23 – Quelle

Der Verein der Düsseldorfer Künstler hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber ganz vital wirkt er immer noch. Gerade ist im Kunstpalast die jährliche Kunstausstellung „Die Grosse“ zu Ende gegangen, nun folgt das nächste Projekt: In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum wird zurzeit eine Schau zum 175. Bestehen der Künstlergemeinschaft eingerichtet.

Ein echtes Jubiläum also, und um dem Verein die Ehre zu erweisen, muss man ihn einmal beim vollen Namen nennen, auch weil der so schön umständlich klingt: Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hilfe. Gegründet 1844, zu einer Zeit, als das Vereinswesen in Deutschland bunte Blüten trieb. Lesegesellschaften bildeten sich, Bruderschaften, Arbeitervereine, und in Düsseldorf taten sich die Künstler zusammen. 96 von ihnen sollen zur ersten Versammlung anwesend gewesen sein, erster Vorsitzender wurde einer jener Männer, die zuvor zur Gründung aufgerufen hatten: Wilhelm von Schadow (1788-1862). Der Maler war seit 1826 Direktor der Kunstakademie und hatte einen Kreis von Schülern und Kollegen um sich versammelt. So entstand die Idee, einander zu unterstützen, daraus wurde der Künstlerverein. Eine „frühe Künstlersozialkasse“, wie der heutige Vorsitzende Michael Kortländer sagt.

Ziel war „durch gegenseitige Unterstützung und Hilfe das Wohl jedes seiner Mitglieder sowie die gemeinsamen Interessen derselben zu wahren und zu fördern“, so sah es die Satzung vor. Insbesondere hilfsbedürftigen und kranken Kollegen sollte geholfen werden. Finanziert wurden die hehren Ziele durch die Erlöse aus selbstorganisierten Ausstellungen, durch Mitgliedsbeiträge, Spenden von wohlhabenden Bürgern und Kunstverkäufe. „Wenn ein Schadow oder ein Achenbach ein Bild verkaufte, tat er etwas in den Pott“, sagt Kortländer.

Bald weiteten sich die Aktivitäten aus, eine Witwenkasse wurde eingerichtet. Eine eigens gegründete Verpackungs-Kommission kümmerte sich darum, dass Bilder auch in die Ferne verschickt werden konnten; das Netzwerk der Künstler reichte bis in die USA. 1900 gründeten die Mitglieder einen Verein zum Verein: den Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen. Trat man in den einen ein, wurde man auch Mitglied des anderen – das ist bis heute so. Seit 119 Jahren richtet der Veranstaltungsverein in Düsseldorf die Große Kunstausstellung aus, bekannt als „Die Grosse“.

Eigene Ausstellungen organisieren – das war das eine. Das andere war der Wunsch nach einem eigenen, repräsentativen Ausstellungsort. 1902 schließlich eröffnete der Kunstpalast, ein prunkvoller Bau auf 8000 Quadratmetern Fläche, mit großer Kuppel über dem Empfangsbereich und einem Skulpturengang im Innenhof, errichtet mit den Mitteln des Ausstellungsvereins, der darin organisierten Künstlerschaft und hiesigen Unternehmern. Mitte der 1920er Jahre wurde der Kunstpalast anlässlich der „Großen Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“ (GeSoLei) umgestaltet und in das bis heute erhaltene Gebäude-Ensemble am Ehrenhof integriert. Die Künstler hatten das Haus damals längst an die Stadt übergeben, sich aber ausbedungen, dort weiterhin ihre Kunstausstellungen zeigen zu dürfen.

236 Mitglieder hat der Künstlerverein heute, 22 Vorgänger hat der Vorsitzende, Michael Kortländer, recherchiert. Darunter etwa Emanuel Leutze, der den Verein von 1857 bis 1858 führte, kurz darauf in die USA auswanderte, und dessen Gemälde „Washington überquert den Delaware“ weltberühmt wurde. Nur für die Jahre 1941 bis 1944 ist dem Verein der Vorsitzende bislang unbekannt, so wie vieles aus der Zeit des Nationalsozialismus im Dunkeln liegt. Akten wurden offenbar vernichtet. Zur ersten Sitzung nach Kriegsende kamen nur sieben Mitglieder.

Für die Jubiläums-Ausstellung, die kommende Woche eröffnet, haben die Mitglieder ihre Vereinsgeschichte aufgearbeitet. Rund 200 Spuren von früheren und heutigen Vereinsmitgliedern habe man im öffentlichen Raum der Stadt ausgemacht, erzählt Edith Oellers, zweite Vorsitzende. Darunter etwa Fritz Coubilliers Bronzeskulpturen um den Industriebrunnen am Fürstenplatz. Früher standen die Figuren übrigens vor dem Kunstpalast.

Künftig möchte sich der Verein verstärkt in die kulturpolitischen Debatten der Stadt einbringen, heißt es. Gut vernetzt ist man jedenfalls. Sowohl im Rat der Künste als auch in der Kunstkommission sind Vereinsmitglieder vertreten. Weit oben auf der Agenda steht zurzeit etwa der Einsatz für ein Werkkunsthaus – neue Arbeitsplätze für Künstler sollen her.

Die Lobbyarbeit soll die Gemeinschaft attraktiv halten, gerade auch für junge Leute, die mit dem Vereinswesen nicht viel am Hut haben wollen. „Wer will schon mit Mitte 20 in einen Verein? Und dann steht da auch noch 1844 drauf“, sagt Thomas Graics, Ausstellungsleiter der Schau im Stadtmuseum. Auch deshalb sei es wichtig, kulturpolitische Themen zu besetzen. Graics: „Wir wollen deutlich machen, dass wir uns nicht auf den alten Lorbeeren ausruhen.“

Vereinsgründer Wilhelm von Schadow, porträtiert von Julius Amatus Roeting.Foto: Stadtmuseum Düsseldorf.

Info – Stadtmuseum würdigt den Künstlerverein
Ausstellung
Die Schau „175 Jahre Verein der Düsseldorfer Künstler – Zwischen Hungertuch und Kunstpalast“ ist vom 8. September bis 5. Januar 2020 im Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee 2, zu sehen. Zum Jubiläum erscheint eine Festschrift, außerdem wird es ein großes Veranstaltungsprogramm geben.Online Informationen zu allen Aktivitäten des Vereins gibt es im Internet unter: vddk1844.de

175 Jahre Verein der Düsseldorfer Künstler

Der Verein der Düsseldorfer Künstler *1844 (VdDK) begeht mit der Ausstellung »Zwischen Hungertuch und Kunstpalast« im Stadtmuseum Düsseldorf vom 8. September 2019 bis 5. Januar 2020 sein 175-jähriges Bestehen.

Zwischen Hungertuch und Kunstpalast
gibt einen Überblick über die lange Geschichte des Vereins und dessen Mitglieder. Noch nie ist dieser Verein, einer der ältesten Künstlervereine Deutschlands, so prominent in Erscheinung getreten. Mit zahlreichen Originalwerken und Dokumenten wird die Geschichte lebendig nachvollziehbar erzählt. Seine Bedeutung für die Kunststadt Düsseldorf wird an zahlreichen Spuren, die der Verein und seine Mitglieder in der Landeshauptstadt hinterlassen haben, sichtbar gemacht. Seien es Gemälde, Skulpturen oder Gebäude, sie alle sind der Stadtgesellschaft vertraut. Wir zeigen deren Ursprünge auf und verweisen mit Werken der heutigen Generation sowie mit in der Ausstellung stattfindenden Workshops und Diskussionen in die Zukunft.

CHANGING VIEWS 2019

Der Künstleraustausch besteht seit 2012 und findet jährlich wechselnd entweder in Krakau oder Düsseldorf statt. In Deutschland ist der „Verein der Düsseldorfer Künstler, gegr. 1844“ der Veranstalter und in Krakau die „Stiftung Transporter Cultury“. Die Ausstellung findet im Juni-Juli in der Halle WERFT 77 im Reisholzer Hafen statt.Die Zusammenkunft von zwölf Künstlerinnen und Künstlern aus Polen und Deutschland ist eine wahrhaftige Plattform, um neue Ideen zu erschaffen in einer sich rapide verändernden Welt. Jeweils sechs männliche und sechs weibliche Künstlerinnen und Künstler verschiedener Altersgruppen repräsentieren eine durchschnittliche, gesellschaftliche Struktur für die Ausstellung unterschiedlichster Kunstwerke. Darunter Malerei, Video, Skulptur Photographie und Installation. Zum ersten Mal tritt diese Gruppe miteinander in einen Dialog, um die heutige Welt mit den Herausforderungen unserer Zeit wahrzunehmen und in ihrer Arbeit umzusetzen.

CHANGING VIEWS, DÜSSELDORF

Das Konzept stützt sich auf die Frage nach dem sich rapide ändernden, technisch-medialen Weltgeschehen und den daraus resultierenden politischen Weltanschauungen. In derselben Geschwindigkeit gibt es einen Lebenseinstellung – und Wertewandel innerhalb unseres privaten, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Die Ausstellung legt den Fokus auf die Wahrnehmung eines historischen „Change“, bezüglich der Frage, was hat sich verändert und was ist dabei sich zu verändern.

Dies stellt einerseits einen alltäglichen Prozess dar, berauschend hinsichtlich technischer, medizinischer, wissenschaftlicher und multimedialer Erfindungen und Entwicklungen, zeigt sich jedoch auf der anderen Seite durch individuelles oder weltweites rücksichtsloses Handeln und Machtmissbrauch, als Beitrag zum globalen, politischen Ungleichgewicht und führt gleichzeitiger zur Veränderung unserer individuellen Lebenssituation.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Malgorzata Bilunska, Inken Boje, C.U. Frank, Klaus U. Hilsbecher, Emilia Kina, Kamil Kuzko, Hiroyuki Masuyama, Dejan Saric, Justyna Smolen, Michal Sroka, Anna Tatarczyk Bartek Wegrzyn.

Kunstverein Kunst im Hafen e.V., Reisholzer Werftstraße 77, 40589 Düsseldorf / Reisholz
www.kunst-im-hafen.de
Vernissage: 22. Juni um 19 Uhr
Finissage:  14. Juli um 18 Uhr

Öffnungszeiten:
Samstags 14.00 – 20.00 Uhr
Sonntags 12.00 – 18.00 Uhr

Kuratoren: C. U. Frank und Klaus U. Hilsbecher
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SITTart – DREGGJAR / REMAINS OF A STAY

Der Künstleraustausch 2019 mit Island steht und im Mai waren nun die ersten zwei Residenten aus Island zu Gast in Düsseldorf.
Mit mir freuen sich,

ÁSTA VILHELMÍNA GUÐMUNDSDÓTTIR
SOFFÍA SÆMUNDSDÓTTIR

Sie und Ihre Freunde zu einer Ausstellung und am Sonntag zu einem Künstlergespräch in die SITTart einzuladen.