175 Jahre Verein der Düsseldorfer Künstler 1844
Zwischen Hungertuch und Kunstpalast

Die Ausstellung 175 Jahre Verein der Düsseldorfer Künstler *1844, gibt einen Überblick über die lange Geschichte des Vereins
und dessen Mitglieder. Noch nie ist dieser Verein, einer der ältesten Künstlervereine Deutschlands, so prominent in Erschei­ nung getreten. Mit zahlreichen Kunstwerken und Dokumenten wird die Geschichte lebendig nachvollziehbar erzählt. Seine Bedeutung für die Kunststadt Düsseldorf wird an zahlreichen Spuren, die der Verein und seine Mitglieder in der Landeshaupt­ stadt hinterlassen haben, sichtbar gemacht. Seien es Gemälde, Skulpturen oder Gebäude, sie alle sind der Stadtgesellschaft vertraut. Wir zeigen deren Ursprünge auf und verweisen mit Werken der heutigen Generation sowie mit in der Ausstellung stattfindenden Workshops und Diskussionen in die Zukunft.

Zur Ausstellung gibt es eine Kurzform des aus­führlicheren Katalogs zum Jubiläum.(Erhältlich im Stadtmuseum)
Der Kurzführer speist sich aus Beiträgen der Autorinnen und Autoren: Dr. Heribert Brinkmann, C. U. Frank, Angelika  Freitag, Thomas Graics, Michael Kortländer, Edith Oellers und Sabine Schroyen, die Prof. Dr. Bernd Kortländer für diesen  Führer zusammengefasst  hat.

 

Ausblick
Der Verein der Düsseldorfer Künstler ist mit seinen 175 Jahren nicht nur einer der ältesten Künstlervereine Deutschlands, sondern auch die erste Institution der Bildenden  Kunst in Düsseldorf, die sich der sozialen Frage der Künstler­ schaft widmete und nach wie vor widmet.
Wir wollen das Jubiläum nutzen, um uns nicht nur mit der Historie des Vereins zu beschäftigen,  sondern auch unseren Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft zu richten.

Was haben wir uns für die nächsten Jahre vorgenommen?
Nach den zahlreichen Initiativen unseres Vereins in den letzten Jahren, die insgesamt mit der Überschrift denken&machen verknüpft waren und noch sind, werden wir weiterhin eine starke Stimme für die bildende Kunst und ihre Protagonisten in der Stadt sein. Sei es bei der Ateliersuche, bei dem Finden von angemessenen Arbeitsmöglichkeiten in der kulturellen Bildung oder beim Thema Altersarmut, bis hin zu unserem ehrgeizigen  Vorhaben, ein WerkKunst­ Haus in Düsseldorf zu errichten, das Künstlerinnen und Künstlern aus Düssel­ dorf und ganz NRW temporär angemessene Möglichkeiten der praktischen Umsetzung ihrer künstlerischen Ideen bietet. Das Atelierhaus an der Sittarder­ strasse, das unsere Mitglieder schon im frühen 20. Jahrhundert  errichtet haben und in Selbstverwaltung nach wie vor betreiben, ist ein schönes Beispiel für solch ein gemeinschaftliches Engagement, von dem wir heute noch in viel­ fältiger Weise profitieren.

Wir werden der Frage nach der gegenwärtigen und zukünftigen Situation künstlerischen Arbeitens in Düsseldorf weiter nachgehen und möchten neue Wege und Formen finden, wie ein gemeinschaftliches Engagement für Kunst und Kultur zukünftig möglich ist. Dazu brauchen wir starke Partner und eine immer bessere Vernetzung. Mit dem Rat der Künste und der Kunstkommission bestehen beste Kooperationen. Auch das Stadtmuseum, der Kunstpalast und die Kunstakademie sind verlässliche Mitstreiter; und wir werden noch weitere Partner finden.

Ziel ist es auch, unseren Mitgliedern die Möglichkeit  zu eröffnen, in anderen Kulturmetropolen  zu arbeiten und sich auszutauschen. Mit der Cité Interna­ tionale des Arts in Paris haben wir ja schon wunderbare Möglichkeiten, die wir weiter nutzen werden. Hinzukommen sollen eine stärkere Kooperation mit Künstlerinnen und Künstlern aus Krakau sowie der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus Reykjavik; das ist ganz konkrete Hilfe und Unterstützung für unsere Mitglieder.
Vereine stehen heute vor der großen Herausforderung, die eigene Zukunft neu zu bestimmen.  Ein hoher Altersdurchschnitt, eher wenig Interessierte für die Besetzung wichtiger Vereinsämter und ein ambivalentes Verhältnis zu Organisationen  ganz allgemein – diese und andere Faktoren gehören zur Realität auch unseres Vereins. Schon jetzt ist der Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen  Unterstützung und Hilfe eine Legende. Ich bin sicher, wir und nachfolgende Generationen, können diese Geschichte noch lange weiter schreiben.

Michael Kortländer